Gelungene Podiumsdiskussion: Digitale Meinungsvielfalt erfordert Umdenken bei Medien, Politik und Werbung

Bei der pilot Business Lounge am 11. Mai 2017 in München trafen Medien- und Unternehmensvertreter auf einflussreiche Speaker. Das Motto der Veranstaltung lautete: „Zwischen Meinung und Manipulation“. Vor Ort wurde schnell klar: Das Thema Fake News trifft den aktuellen Nerv. Durch Chat Bots, Algorithmen getriebene Informationsverbreitung und unbegrenzten Informationsfluss in Echtzeit drohen die Grenzen zwischen Meinungsvielfalt und Meinungsmache zu verschwimmen.

Die lebhafte Diskussion der pilot Business Lounge-Speaker spiegelt die aktuelle Relevanz von Fake News wider: Auf der Bühne tauschten sich unser pilot Hauptgeschäftsführer Jens-Uwe Steffens, der Ex-BILD-Herausgeber und -Chefredakteur Kai Diekmann und der Historiker Prof. Dr. Jörg Baberowski von der Humboldt Universität Berlin aus.

pilot Business Lounge 2017 live auf Facebook

Moderiert wurde die Debatte vom ehemaligen Süddeutsche Zeitung- und SPIEGEL-Chefredakteur Hans Werner Kilz, der aktuell für das Investigativressort der ZEIT tätig ist. Der Gastgeber des Abends war der pilot München Geschäftsführer Oliver Roth. Bereits zum zweiten Mal begrüßte er Gäste zur pilot Business Lounge. Über den gewählten Themenschwerpunkt Fake News sagte er: „Als Agentur ist es wichtig, Haltung zu zeigen und Stellung zu beziehen, denn auch wir sind Teil der Debatte und wollen mit Formaten wie der Business-Lounge den Diskurs aktiv mitgestalten.“ Möchten Sie sich die Diskussionen der pilot Business Lounge 2017 ansehen? Dann besuchen Sie unsere Live-Videos der Veranstaltung auf Facebook. Dort finden Sie den anregenden Austausch der Speaker Kai Diekmann, Jörg Baberowski und Jens-Uwe Steffens in drei Teilen: Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Im Folgenden finden Sie die Kernthesen der Speaker zum Thema „Zwischen Meinung und Manipulation“.

“ Traditionelle Medien haben ihr Kommunikationsmonopol verloren, da User den für sie relevanten Content auch woanders finden. ”Kai Diekmann, ehemaliger BILD-Herausgeber und -Chefredakteur

Kai Diekmann: Soziale Plattformen sind eine Chance für etablierte Medien

Wie können die unabhängigen Medien wieder an Glaubwürdigkeit gewinnen? Zum Beispiel, indem sie sich für soziale Plattformen öffnen. Diese und weitere Aspekte bewegten Kai Diekmann in der Diskussionsrunde. Bei der pilot Business Lounge thematisierte der Ex-BILD-Herausgeber und -Chefredakteur den Vertrauensverlust in die Medien und sprach von einem Paradigmenwechsel in Bezug auf das Mediennutzungsverhalten.

Für den heutigen Journalismus sei es essentiell, sich der neuen Medienformen zu bedienen, denn „Journalismus ist nicht an Papier gebunden“, sagte er. Die digitale Welt ermögliche so hohe Reichweiten wie nie zuvor und das Erreichen einer jüngeren Zielgruppe, was etablierten Medien in der Vergangenheit nicht immer gelungen ist. Kai Diekmann ist überzeugt: „Was nicht im Newsfeed stattfindet, ist aus Nutzersicht nicht relevant.“

Kai Diekmann ist überzeugt, dass Journalismus nicht an ein Medienformat gebunden ist

“ Für Menschen müssen Nachrichten nicht unbedingt wahr sein, sie müssen sie nur für gut befinden. ”Jörg Baberowski, Historiker und Professor an der Humboldt Universität Berlin

Jörg Baberowski: Der Mensch ist empfänglich für Falschnachrichten

Jörg Baberowski: Soziale Netzwerke schaffen eine Gegenöffentlickeit zu klassischen Medien

Prof. Jörg Baberowski ordnete das Themenspektrum aus historischer und soziologischer Perspektive ein. Er teilte die Auffassung von Kai Diekmann, dass Publisher es sich nicht mehr leisten können, auf soziale Plattformen zu verzichten. Dennoch betonte er die gleichzeitige Abhängigkeit.

In Bezug auf Fake News vertrat er die These, dass sich Menschen nicht einfach durch Technologien manipulieren lassen. Jörg Baberowski: „Man glaubt nur die Falschnachrichten, die sich in das eigene Lebensbild einfügen lassen.“ Es gebe immer ein Milieu, in dem Nachrichten nicht unbedingt für wahr gehalten, aber für gut befunden werden. Zu den klassischen Medien bilde sich aktuell eine Gegenöffentlichkeit, die traditionelle Medien als Informationsquellen und Multiplikatoren nicht länger benötige. Als ein prominentes Beispiel nannte er das Kommunikationsverhalten von US-Präsidenten Donald Trump.

“ Brand Safety ist in Zeiten von Algorithmen und Fake News enorm wichtig geworden. ”Jens-Uwe Steffens, pilot Geschäftsführer

Jens-Uwe Steffens: Fake News - auch für Werbungtreibende eine Herausforderung

Die Digitalisierung stellt die Kommunikationsbranche zweifelsfrei vor große Herausforderungen. „Das Thema Fake News spielt für uns als Mediaagentur eine Rolle, weil es für unsere Kunden relevant ist“, sagte unser Hauptgeschäftsführer Jens-Uwe Steffens bei der pilot Business Lounge. Vor allem für Unternehmen berge das Thema große Risiken: „Jeder kann über Produkte und Marken schreiben, der Verlauf lässt sich kaum mehr kontrollieren. Und der dadurch ausgelöste Effekt kann weitaus größer sein, als er über Werbung erzielt werden kann“, erläutert Jens-Uwe Steffens.

In der Diskussion sprach der pilot Geschäftsführer auch über die Gefahren zweifelhafter Werbeumfelder: „Der mediale Qualitätsanspruch ist gesunken, Unternehmen geraten zunehmend unter Kostendruck.“ Der Fokus liege häufig vielmehr auf Technologien als auf qualitativen Umfeldern. „Ich glaube, da haben wir uns ein Stück weit verlaufen und müssen den Fokus wieder auf das Wesentliche richten“, appellierte Jens-Uwe Steffens an die Branche.

Jens-Uwe Steffens über den Einfluss von Fake News auf Werbung

Hier können Sie die offizielle Pressemitteilung zur pilot Business Lounge 2017 kostenfrei herunterladen.

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Oliver Roth

Oliver Roth

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