Influencer Marketing Trends 2020

Unser Geschäftsleiter Jürgen Irlbacher erklärt die 5 wichtigsten Influencer-Trends in diesem Jahr

28.01.2020

Influencer dominieren das Markenmarketing

Nach wie vor stehen Influencer bei Werbungtreibenden hoch im Kurs. Sie können das Image einer Marke aufpolieren, Aufmerksamkeit erregen und die Bekanntheit steigern – und entscheiden im Zweifel sogar über den Erfolg von Marke und Produkt.

Unser Experte Jürgen Irlbacher hat das prämierte Influencer-Event-Format „Ideas for Brands” von pilot entwickelt und weiß, wie wirkungsvolle Markenkommunikation mit Hilfe von Influencern funktioniert – hier sind seine fünf Jahrestrends zum Thema „Influencer Marketing”.

Trend 1: Influencer adaptieren oder entwickeln „Formate“, wie wir sie aus dem TV kennen

Die Influencer-Branche entwickelt sich rasant weiter und professionalisiert sich zunehmend. Eine Beobachtung im Markt ist, dass Influencer oder Creator zunehmend „Formate“ produzieren. Also wiederholbare Content Pieces, die ein festes Setting (Plot, Spielprinzip, Dramaturgie) haben.

Die Staffel „Krass Klassenfahrt“ von Jonas Ems und Jonas Wuttke auf YouTube ist so ein Beispiel. Es erinnert an TV-Formate wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (RTL) oder „Köln 50667“ (RTL Zwei). Auch die Reichweiten sind beachtlich.

Ein weiteres Beispiel: Der Kölner Creator TOMATOLIX führt Experimente in seinem Kanal durch. Diese Formatierung kennen wir z.B. aus Formaten wie „Galileo“. Zudem bedienen sich Creator bei Quiz-, versteckte Kamera- und Vorher-/Nachher-Elementen. Es wird spannend zu sehen, wie sich dieser Trend in Zukunft fortsetzt.

Eine der reichsten und einflussreichsten Menschen in der Influencer-Welt ist die Selfmade-Frau Kylie Jenner mit über 140 Millionen Followern. Sie kam im letzten Jahr sogar auf den Titel des Forbes Magazins. Mit gerade einmal 20 Jahren hat die Jüngste des Jenner-Clans einen Nettowert von 1 Milliarde Dollar. Mit ihrer Kosmetik-Firma „Kylie Cosmetics“ hat sie seit der Gründung 2016 mehr als 630 Millionen Dollar umgesetzt.

Lena Gercke entwickelte für und mit About You eine eigene Fashionlinie „LeGer“ und will in den nächsten 3 Jahren auf 10 Millionen Euro Umsatz wachsen.

Studio71 hat mit Luca mehrere Pizzasorten in den Handel gebracht. Interessant dabei, dass hier nicht nur die Vorlieben des Creators, sondern auch die der User einfließen. Im direkten Austausch mit der Community können über die Kommentarfunktion Produkte entwickelt und verfeinert werden. Mögen die Follower lieber Pilze auf die Pizza oder nicht? Dieser Weg ist viel direkter und schneller als in klassischen Unternehmen.

Wichtig, das Produkt muss zum Influencer passen. Beim „Sprung” in die Läden kommt es auch auf die passenden Vertriebspartner an. Langfristige Kooperation zwischen Creator und Brand zahlt sich aus.

Laut Deutschlandfunk werden jährlich 2,5 Milliarden Umsatz mit Teleshopping erzielt. Der Markt wächst. Dennoch blickt man neugierig nach China, um sich vom Trend „Social Commerce“ inspirieren zu lassen. Seit Jahren verfügen alle großen Social Media Plattformen in China über vollständig integrierte native E-Commerce- und Zahlungssysteme. E-Commerce-Live-Streaming-Plattformen wie Taobao Live oder Little Red Book ermöglichen neue Absatzwege. Ein Handy im Live-Streaming-Modus, Produkte in der Hand und schon wird online verkauft. Unternehmen bieten den Creators kleine Wohnzimmer-Sets und eine breite Produktpalette an – aus der sie sich bedienen können. Eine andere Form ist der Abverkauf über Content Pieces, der ungeahnte Größen erreicht hat. So hat die Influencerin Libeika in fünf Minuten und mit nur drei Beiträgen 100 Autos der Marke MINI verkauft. Der Deutsche Thomas Derksen treibt mit seinen Videos den Absatz für Marken wie Alpecin oder Ergobag in die Höhe.

Formate wie das Dschungelcamp oder Germany’s Next Topmodel sind ein gutes Sprungbrett ins Digitale für TV-Promis bzw. die, die es werden wollen. Die Herausforderung dabei ist, das Anfangslevel mit gutem, kontinuierlichem Content zu halten.

Im letzten Jahr überraschte Dieter Bohlen: „Dieters Tagesschau“ heißt sein Kurzformat auf Instagram, mit dem er täglich seine Community unterhält. Mittlerweile hat er 1,2 Millionen Abonnenten aufgebaut und über 800 Beiträge veröffentlicht, die er sich weitgehend selbst ausdenkt und produziert. Seine Videos erreichen hunderttausende User täglich. Immer wieder finden auch Produktplatzierungen auf seinem Kanal statt.

Auch sehr erfolgreich ist Helge Schneider. Sein Hauptkanal ist Facebook, auf dem er hohe Reichweiten erzielt. So startete er z.B. kürzlich eine „Drum Klinik“ mit super Engagementwerten und teilweise Millionenabrufen.

Ein Sprungbrett für eine digitale Karriere sind manchmal auch neue Kanäle wie TikTok. Der hessische Comedian Martin Schneider hat die Plattform für sich entdeckt und erzielt erstaunlich hohe Reichweiten. Er hat dort 431.000 Follower. Warum das Ganze? Die Kanäle können natürlich mit Werbung querfinanziert werden. Zudem kann man auf eigene TV-Shows, Konzerte oder Produkte hinzuweisen.

Es müssen nicht immer die Superstars sein, wenn man über Influencer Marketing spricht. Viele Unternehmen arbeiten eng mit sogenannten Micro-Influencern zusammen. Diese haben im Vergleich zu den großen Stars der Branche geringere Reichweiten (3.000 bis 10.000 Follower) und eine spitzere Zielgruppe. Sie haben eine treue Fangemeinde und besetzen ein Thema – wie Familie, Erziehung, Sportarten und Lifestyletrends (z.B. Yoga).

Auf Instagram ist Céline Flores Willers mit 11.600 Followern eine solche Micro-Influencerin. Auf LinkedIn gehört sie mit 36.000 Followern zu „den Großen“. Jetzt mag der ein oder andere B2C-Marketer sagen: „Ja aber 36.000 Follower sind doch nicht viel?!“ Auf Instagram nicht, aber auf LinkedIn schon. Wenn man die Zahlen ins Verhältnis setzt: Auf LinkedIn ist die meistgefolgte Person Bill Gates mit rund 24 Millionen – sprich Céline lässt sich mit einem Instagram-Account mit rund 250.000 Followern vergleichen. Diese Relation haben viele Marketer heute noch nicht auf dem Schirm. Auch wir haben mit Celine als B2B-Influencerin bereits erfolgreich kooperiert – im Rahmen unseres Formates „Ideas for Brands“.

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