pilot Business Lounge 2017: Wie beeinflussen Facebook & Co. Medien und journalistische Inhalte?

  • Veröffentlicht:
  • 15.06.2017
Kai Diekmann über den Einfluss der sozialen Netzwerke

Ex-BILD-Herausgeber Kai Diekmann zum Einfluss von Social Media

Social Media bietet Werbungtreibenden und Medien großes Potenzial, um ihre Zielgruppe zu erreichen. Soziale Netzwerke sind Reichweitenbringer, sie ermöglichen eine schnelle und direkte Kommunikation zwischen Marken und Nutzern. Für Unternehmen birgt die Nutzung sozialer Kanälen allerdings auch Risiken: etwa durch die unkontrollierte Verbreitung von Informationen und Falschnachrichten.

Diesen und weiteren Herausforderungen müssen sich Verlage und Marken stellen, betont Kai Diekmann bei unserer pilot Business Lounge 2017 in München. „Das Internet wird nicht mehr weggehen, wir müssen uns mit den medialen Veränderungen auseinandersetzen“, fordert er. Der Ex-BILD-Herausgeber und -Chefredakteur und derzeitiger Uber-Berater spricht über die Rolle des Journalismus in Zeiten von Social Media. Sein Speaker-Partner, der Historiker Jörg Baberowski, erläutert den Einfluss der sozialen Netzwerke.

Kai Diekmann: Publisher brauchen heute zwingend Facebook und Social Media

Kai Diekmann sieht in den sozialen Netzwerken eine Chance für den Journalismus, auch in Zukunft gut recherchierte Inhalte zu monetarisieren. Um das zu ermöglichen, seien Partnerschaften denkbar, wie sie BILD mit Snapchat vorgemacht hat. Er erklärt bei der pilot Business Lounge: „Snapchat hat eine überragende Reichweite, um Inhalte sehr visuell und schnell zu vermitteln. Die soziale Plattform hat großes Potential, Erlöse für unabhängigen Journalismus zu generieren.“

Dass der Journalismus aufgrund der neuen Formate an Qualität verlieren könnte, glaubt er nicht. Für den Ex-Bild-Herausgeber und -Chefredakteur liegen diese Probleme vielmehr in mangelnden Ressourcen begründet. Die Aufgabe des Journalisten sei es nach wie vor, gut recherchierte Beiträge zu veröffentlichen. Dafür bieten die Social Media-Kanäle aus seiner Sicht mehr Reichweite, als die klassische Medien bisher zur Verfügung hatten.

Jörg Baberowski: Social Media birgt Gefahren, aber auch Chancen für Bürger

„Facebook erreicht heute 2 Mrd. Menschen weltweit“, erläutert der Historiker Jörg Baberowski bei der Pilot Business Lounge. Er vergleicht das soziale Netzwerk mit einem Königreich, um seinen Einfluss zu verdeutlichen: „Facebook kann anhand seiner Nutzerdaten die Kreditwürdigkeit eines Users innerhalb von Sekunden präziser abbilden, als es ein Kundengespräch bei einer Bank vermag.“

Die Informationsflut und damit verbunden mögliche Fake News verbreiten sich über die soziale Plattform rasant schnell und lassen sich laut dem Professor der Berliner Humboldt Universität nicht mehr kontrollieren. Die Informationsmasse erschwere aus seiner Sicht die Zuordnung der Quellen, anderseits gebe sie Bürgern die Möglichkeiten, sich selbst am öffentlichen Dialog zu beteiligen. Für Verlage bedeutet die Zusammenarbeit auch eine „massive Abhängigkeit“.

Sie möchten mehr über unsere pilot Business Lounge erfahren, bei der 2017 auch pilot Geschäftsführer Jens-Uwe Steffens und Moderator Hans Werner Kilz auf der Bühne standen? Hier finden Sie die Video-Highlights der Veranstaltung.

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