Peer Wörpel in HORIZONT über Googles neue mobil-optimierte Websites und deren Bedeutung für Publisher

Die News wurde mit Spannung erwartet: Suchmaschinen-Gigant Google hat im Februar die sogenannten „Accelerated Mobile Pages“ gestartet.

Es handelt sich dabei um Websites, die speziell auf die mobile Nutzung ausgerichtet sind und durch einen eigenen HTML-Code mit geringerer Datenmenge schneller als bisherige mobile Websites laden.

Unser Direktor Beratung Kreation, Peer Wörpel, hat mit HORIZONT über die dadurch möglichen Chancen für Medienanbieter sowie Konsequenzen für die Werbevermarktung gesprochen.

Das Gespräch haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Peer Wörpel (Direktor Beratung Kreation)

Peer Wörpel (Direktor Beratung Kreation)

AMPs bedeuten wohl ein besseres Google-Ranking - aber auch mehr Aufwand

HORIZONT: Nach Facebook führt Google mit den  Accelerated Mobile Pages (AMPs) nun auch ein speziell auf die mobile Nutzung optimiertes News-Format ein. Prominente Medienpartner wie das „Wall Street Journal“, Buzzfeed und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sind zum Start dabei. Welche Impulse erwarten Sie von den AMPs auf das Mobile Publishing bzw. die mobile News-Nutzung?

Peer Wörpel: Da die großen Verlage verpasst haben, sich wirklich für „Mobile First“ zu entscheiden, erwarte ich einen deutlichen Anstieg in der Nutzung der Inhalte von Publishern, die AMPs einsetzen werden – gerade, weil Google bereits jetzt im Bereich SEO YouTube Videos und Mobile Pages besser rankt.

 

So werden die AMPs sicherlich besser geranked als Standard Mobile Pages. Spannend wird für die Publisher wieder einmal, mit wem sie sich dort ins Bett legen und inwieweit die Erlösmodelle für beide Partner dauerhaft attraktiv sein werden.

Zudem wird es eine immer größere Herausforderung, die Inhalte von Publishern in immer weitere Kanäle zu veröffentlichen. Neben den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter & Co. kommen nun neben den eigenen Content-Management-Systemen auch noch Instant Articles und AMPs hinzu.

Diese zusätzlichen Aufwände müssen durch die jeweiligen Maßnahmen erst einmal refinanziert werden.

Publisher oder Vermarkter? Wer ist nun eigentlich wer?

HORIZONT: Störende, unterbrechende oder lang ladende Werbeformate will Google innerhalb der AMPs angeblich nicht haben. Welche Konsequenzen bzw. Chancen ergeben sich daraus für die Werbevermarktung innerhalb der AMPs?

Peer Wörpel: Die Chance für die First Mover ist, dass sie mehr Traffic und somit mehr Werbeeinnahmen im Mobile News Markt erzielen können.

Allerdings werden Publisher (wie auch bei Facebook) so nur noch zu reinen Content-Lieferanten und agieren nun für Google wie beispielsweise die DPA für Medienhäuser. Positiv ist zu sehen, dass es so ein Gegengewicht zu den Instant Articles gibt und diese im freien Netz zu finden sind.

Die Frage bleibt aber, wer auf Dauer der Gewinner im Bereich der Erlösmodelle um die Accelerated Mobile Pages wird: Publisher oder ein Vermarkter wie Google!?

Google und Facebook stärken langfristig ihre marktbeherrschende Position

HORIZONT: Muss sich Facebook wegen AMPs Sorgen machen oder können beide Ökosysteme aus Ihrer Sicht gut nebeneinander funktionieren?

Peer Wörpel: Facebook muss sich an dieser Stelle keine Sorgen machen, denn die Nutzungssituation ist eine andere. Bei Facebook ist der User stark explorativ auf der Plattform eingebunden. AMPs werden aller Wahrscheinlichkeit nach stark über Search Traffic aufgerufen, hier wird also gezielt nach etwas gesucht.

Beide Systeme werden also koexistent arbeiten können. Allerdings sollten sich die Publisher ernsthaft Gedanken über ein Gegengewicht zu den beiden Marktteilnehmern machen.

Hierfür muss seitens der Medienanbieter nach wie vor stärker „Mobile“ gedacht sowie in das Thema Datengenerierung investieren werden, um dauerhaft attraktiv für Werbekunden zu bleiben.

Hier finden Sie mehr Informationen zu unseren Leistungen im Bereich digitaler Mediaberatung und mobiler Werbung.
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Peer Wörpel

Peer Wörpel

Direktor Beratung Kreation

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