Anke Francovich im Gespräch mit "Acquisa" über den Messenger-Dienst WhatsApp

  • Veröffentlicht:
  • 16.12.2015

Im Interview mit dem Fachmagazin „Acquisa“ hat unsere Media-Expertin Anke Francovich über die Marketing-Möglichkeiten vom Instant-Messenger-Dienst WhatsApp gesprochen.

Hierbei ging es um Chancen für Unternehmen mittels der Kommunikation über WhatsApp, die Marketing-Zielgruppe sowie die Frage, ob und wie Unternehmen den Messenger-Dienst aktuell überhaupt nutzen sollten.

Einen Auszug aus dem Interview mit der Leiterin Beratung Media können Sie in der „Acquisa“-Print-Ausgabe 08/10/15 lesen, das komplette Statement erhalten Sie im Folgenden.

WhatsApp bietet Unternehmen im Marketing diverse Möglichkeiten

WhatsApp bietet Unternehmen im Marketing diverse Möglichkeiten

Welche Chancen bietet WhatsApp für den Marketingbereich von Unternehmen?

Acquisa: Was meinen Sie: Hat WhatsApp das Zeug zum Marketingkanal?

Anke Francovich: Ja, auf jeden Fall!

Acquisa: Und, wie wichtig könnte WhatsApp für das Marketing werden?

Anke Francovich: WhatsApp ist von seinem Ursprung her eigentlich nicht darauf angelegt, dass Marken dort kommunizieren.

Das war allerdings auch zu Beginn bei Facebook so – und es könnte durchaus sein, dass in naher Zukunft innerhalb von WhatsApp auch eine Art Unternehmensprofile eingerichtet werden.

WhatsApp bietet in jedem Fall die Möglichkeit, unmittelbar und direkt mit den Nutzern zu kommunizieren. Zudem zeigt sich die allgemein hohe Bedeutung von Instant-Messaging-Apps für den Mobilmarkt, wenn man Zahlen zum gesamten mobilen Nachrichtenverkehr ansieht.

Da sich die digitalen Reichweiten aktuell immer massiver von Desktop auf Mobile verschieben und Messaging-Dienste mittlerweile auch in den geschäftlichen Alltag Einzug halten, sollten die meisten Unternehmen ebenfalls dort präsent sein: Als einer der ersten Anbieter genießt man dort die ungeteilte Aufmerksamkeit der Nutzer und kann sich auf der Plattform positionieren, bevor Mitbewerber nachziehen.

Es gibt bereits viele Beispiele, wie insbesondere Medienanbieter mit WhatsApp auf einen neuen Informationskanal zur Distribution für journalistische Inhalte setzen.

Welche Möglichkeiten bietet WhatsApp für Unternehmen?

Acquisa: Wie weit sind Unternehmen mit Blick auf WhatsApp aktuell? Welche Möglichkeiten bietet der Messaging-Dienst für diese?

Anke Francovich: Aktuell lassen sich in mehrere Bereiche feststellen, in denen Unternehmen innerhalb von WhatsApp aktiv sind – hierzu gehören vor allem die Themen Content, Kommunikation, Kundenservice und Social Media.

Content-Bereitstellung: Da die konsequente Werbefreiheit zu den Stärken von WhatsApp zählt, sollten auch Unternehmen auf zu werbliche Inhalte verzichten und interessanten Content liefern. Ein Unternehmen muss Nutzern einen Anreiz bzw. Mehrwert bieten, um mit ihnen in Kontakt zu treten – und langfristig zu bleiben.

Kommunikation: Der direkte Zugang zum potentiellen Kunden macht WhatsApp für Werbetreibende besonders reizvoll und bietet Unternehmen die Möglichkeit, unmittelbar und direkt mit den Nutzern zu kommunizieren. Da Interessenten, die den Service nutzen möchten, sich aktiv dazu anmelden bzw. eine Marke oder ein Unternehmen bei WhatsApp hinzufügen müssen, ist das eine besonders intime Art der Kommunikation.

Kundenservice: Informationen lassen sich zeit- und ortsunabhängig bereitstellen und um visuelles Material, wie Erklärvideos oder grafische Anleitungen, ergänzen. Zudem können weiterführende Informationen zu Bestellungen via WhatsApp zur Verfügung gestellt werden: Zum Beispiel Abholbenachrichtigungen im Multichannel-Handel, Terminvereinbarungen, Zufriedenheits-Befragungen im Anschluss an einen Kauf am Point of Sale der Service-Informationen zu Kundenkarten- und Loyalty-Programmen.

So können Händler durch den Messaging-Dienst Nachrichten und Angebote gezielt an eine vorher definierte und interessierte Zielgruppe weiterleiten.

Social Media: Der WhatsApp-Sharing Button kann auf allen Produktseiten im Webshop eines Händlers integriert werden („Empfehle dieses Produkt per WhatsApp“), anschließend können die Inhalt per Klick auf den Button gezielt an ausgewählte Kontakte und Gruppen weitergeleitet werden – eine ebenfalls persönlichere Art der Kommunikation.

Also sollten Unternehmen WhatsApp als Marketing-Kanal ab sofort verwenden?

Acquisa: Ist WhatsApp nur etwas für die Zielgruppe 14-19 Jahre?

Anke Francovich: WhatsApp hat nach konservativen Schätzungen in Deutschland eine Reichweite von 35 Mio. Nutzern. Von daher kann man schon von einem großen Potential in fast allen Zielgruppen sprechen.

Acquisa: Wie können Unternehmen denn jetzt auf den WhatsApp-Zug aufspringen? Und, sollten sie das überhaupt?

Anke Francovich: WhatsApp funktioniert in Realtime und auch außerhalb regulärer Arbeitszeiten – mit einem solchen Service wecken Unternehmen Begehrlichkeiten. Daher sollten sie unbedingt die notwendigen Ressourcen aufbringen, kontinuierlich oder für den jeweiligen Kampagnenzeitraum mit ihren Nutzern zu interagieren.

Wenn ein Unternehmen einen Bedarf hat, sich eng und direkt mit einem Nutzer auszutauschen, kann WhatsApp ein relevanter Account sein.

Es braucht dann nur noch eine wirkungsvolle Idee, bei der die Nutzer einen Mehrwert erhalten, mit ihnen zu interagieren sowie im Idealfall eine Möglichkeit, wie diese Kommunikation noch auf anderen Marketingkanälen weiterverwendet werden kann.

Mit Blick auf WeChat, das chinesische Pendant zu WhatsApp, könnte man gute Entwicklungschancen hierfür ablesen: Dort hat sich der Messaging-Dienst nicht nur für die Unternehmenskommunikation, sondern auch als Vertriebs- und Bezahlkanal etabliert.

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Anke Francovich

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