Social Media-Experte Peer Wörpel in "HORIZONT" über die Nutzung von Instant Articles bei Facebook

  • Veröffentlicht:
  • 12.06.2015

Mit „Instant Articles“ hat Facebook ein neues Vermarktungsangebot geschaffen, das auch von deutschen Verlagen bereits genutzt wird – die Meinungen hierüber gehen allerdings auseinander.

Unser pilot Peer Wörpel, Leiter Beratung Social Media, hat mit „HORIZONT“ über die Hintergründe und Besonderheiten der Instant Articles bei Facebook gesprochen.

Den Artikel zum Thema können Sie in der „HORIZONT“-Print-Ausgabe mit dem Titel „Frühlingsgefühle“ nachlesen, das komplette Interview finden Sie hier.

Peer Wörpel, Leiter Beratung Social Media

Peer Wörpel, Leiter Beratung Social Media

Wie funktioniert das Instant Articles-Prinzip?

In der mobilen Facebook-App können via Instant Articles nun auch komplette Artikel, Videos und Bildergalerien von Absendern veröffentlicht bzw. angezeigt werden, die ihre Beiträge bisher nur über einen Teaser ankündigen konnten und aus dem Netzwerk heraus verlinkt haben.

Die Folge ist: User verlassen Facebook beim Lesen der Artikel nicht mehr und werden demzufolge auch nicht zur Website des Inhalte-Anbieters geleitet.

Medienhäuser wie „New York Times“, „BBC“ und „Buzzfeed“, aber auch die deutschen Verlage „BILD“ und „Spiegel“ nutzen Instant Articles bereits. Für sie ergeben sich aus der Kooperation mit dem US-Giganten Facebook neue Vermarktungsmöglichkeiten: So sind die Anbieter für die Vermarktung ihres Contents selbst verantwortlich und können Werbeplätze über ein CMS-System platzieren. Werden die Instant Articles ausschließlich von Facebook vermarktet, bleiben den Anbietern 70 Prozent vom Erlös.

Was sollten Anbieter mit Blick auf die Instant Articles bedenken?

Eine Plattform wie Facebook, erklärt Peer Wörpel, hat starkes Interesse daran, dass die Verweildauer im Netzwerk hoch ist und möglichst viele Artikel angesehen werden – und dem folgt wohl auch der Algorithmus, über den man nur wenig weiß.

Aktuell ist eher unklar, welche Artikel künftig bevorzugt angezeigt werden: ob die mit den hohen Einnahmen für Facebook oder die mit 100-prozentigen Einnahmen für ihre Publisher.

Viele Verlage haben den Trend verpasst, eine eigene, richtig gute mobile Landingpage zu bauen, auf die sie den Traffic leiten, sagt Peer Wörpel. Jetzt könnte es bald zu spät sein.

Je mehr Häuser bei den Facebook Instant Articles mitmachen, desto weniger Chancen haben auch schlecht gemachte mobile Seiten. Der User wird sich schließlich sehr schnell an die Art gewöhnen, wie ansprechend Artikel auf Facebook aufbereitet werden.

Sollten Verlage diese Vermarktungsmöglichkeit in Zukunft nutzen?

Sicher, so Peer Wörpel, liegt die Wahrheit hierüber wie immer irgendwo zwischen den Meinungen. So ist es durchaus vorstellbar, dass Werbekunden irgendwann primär das Umfeld der Instant Articles wollen, wenn diese entsprechende Leistungswerte erbringen. Verlage haben ihre Kunden somit noch zu Facebook gebracht und würden indirekt als Sales-Mannschaft instrumentalisiert werden.

Es ist wirklich schwierig, auf ein Geschäftsmodell aufzuspringen, das noch nicht komplett durchleuchtet – und dessen Konsistent nirgends fixiert ist.

Daher, so Peer Wörpel, ist den Verlagen davon abzuraten, momentan diesen Weg der Monetarisierung einzuschlagen.

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Peer Wörpel

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Leiter Beratung Social Media

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