Zum "South by Southwest"-Festival 2015 ziehen unsere vier piloten ihr persönliches Resumée

Thorsten Peters, Kristian Meinken, Peer Wörpel und Ole Keding waren vier Tage in Texas unterwegs. Ihr Ziel war es, die neuesten Innovationen und Trends von der SXSW 2015 mitzubringen.

Mit über 1.000 Veranstaltungen und rund 2.000 Referenten ging es auf dem „South by Southwest“-Festival Interactive dieses Jahr um verschiedenste digital-relevante Themen wie Marketing, Web-Entwicklung, Social Media, E-Commerce, Multimedia oder Interface-Design.

Die pilot-Schwerpunkte lagen hier vor allem auf Content Marketing, Digital Devices und Digital Screens, Big Data und Datenvisualisierung, Mobile, Wearables und Social Media Marketing.

Kristian Meinken über die neue Inhalte-Strategie von Buzzfeed

Kristian Meinken, Geschäftsführer  pilot Hamburg (KM): Die Session mit Summer Anne Burton von Buzzfeed hat mir sehr gut gefallen. Bei „The Future Of Distributed Media“ hat sie erzählt, dass Buzzfeed ein neues Team gebildet hat, um originäre Inhalte für die verschiedenen Internet-Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram zu entwickeln.

pilot.de-Redaktion (pR): Welches Ziel verfolgt Buzzfeed mit diesen Inhalten?

KM: Bisher hat man stark darauf gesetzt, lediglich Teaser auf diesen Plattformen zu veröffentlichen. Auf diese mussten die Menschen dann klicken, um den eigentlichen Inhalt auf der Buzzfeed-Website zu sehen. Wenn die Inhalte nun in den „natürlichen“ Nutzungsmodus bzw. Stream der Plattformen eingebettet sind, steigert Buzzfeed mit dieser Taktik die Reichweite seiner Inhalte dramatisch.

pR: Welche Erwartungen stecken hinter dieser Strategie?

KM: Buzzfeed geht davon aus, dass sich die Plattformen immer stärker zu einer geschlossenen Welt entwickeln – und aus deren Nutzungserfahrung wollen die Nutzer nur sehr ungern heraustreten, zu anderen Plattformen oder Websites beispielsweise. Der Klick(-out) verliert damit an Bedeutung.

Ole Keding über die Rolle von Datenspezialisten bei der New York Times

Ole Keding, Leiter Produktentwicklung pilot Hamburg (OK): Die Veranstaltung „Visualization And Interactive Storytelling“ mit dem Co-Editor der New York Times, Steve Duenes, fand ich besonders beeindruckend. Hier ging es um den Einsatz von Statistiken und Daten.

pilot.de-redaktion (pR): Wie werden diese denn bei der NY Times eingesetzt?

OK: Die NY Times hat über die letzten Jahre ihre Berichterstattung den Möglichkeiten und Erfordernissen der digitalen Welt angepasst. Daten waren früher mehr Anhang als Bestandteil der Artikel. Mittlerweile arbeiten aber jeweils Redakteure bzw. Journalisten und Datenspezialisten an den meisten Beiträgen gleichberechtigt.

pR: Welche Rolle spielen die Daten dann also aktuell bei der NY Times?

OK: Die Darstellung der Daten ist ein wichtiger Bestandteil der Geschichte: Sie werden ästhetisch, eingängig und verständlich, teilweise auch interaktiv aufbereitet. Das Ergebnis ist in vielen Fällen spektakulär – und bestimmt so die Zukunft „digitaler Zeitungen“. Mein Fazit ist hieraus: Daten können Geschichten erzählen helfen, müssen aber entsprechend inszeniert werden.

Peer Wörpel über Mobile Advertising, das nicht nervt

Peer Wörpel, Leiter Social Media Beratung pilot Hamburg (PW): Das Panel „How Can Mobile Advertising Not Suck“ fand ich besonders spannend. Im Panel saßen Vertreter der Marken Oscar Mayer, Papa Johns und Coca Cola.

pilot.de-Redaktion (pR): Was haben die Panel-Teilnehmer über Mobile Advertising gesagt?

PW: Sie waren sich einig, dass sie schnell testen und lernen müssen – sie machen Mobile Advertising bereits seit Jahren und wollen schnell erfolgreiche Cases schaffen.

pR: Und, warum heißt es „Mobile Advertising sucks“?

PW: Because Advertising sucks. Daher steht im Kern Content Marketing: Auf einem kleinen Screen bietet man kleinen, „snackable“ Content an, den man in dieser Snack-Form aber sehr lange spielen kann – und somit ganzjährig Kontakte generiert.

pR: Was bedeutet das für uns als Agentur?

PW: Die Rolle von Mediaagenturen wurde auch auf dem Panel diskutiert. So geht es gerade im Bereich Mobile und auch grundsätzlich nicht mehr darum, nur Flächen einzukaufen, sondern um die Frage, wie man die Ideen und den Content distribuiert. Und das ist in den wenigsten Fällen die eingekaufte Fläche.

pR: Welches Fazit nimmst du aus dieser Veranstaltung für dich mit?

PW: Die Speaker waren sich einig, dass jede Marke Geschichten zu erzählen hat und dies auch kann. Die Kunst liegt in der Distribution dieser Idee bzw. des Contents und hier liegt für uns der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg von Kreativ-Konzepten: Wir bieten Content inklusive Distributionswegen wie Social, Blog-Kooperationen oder redaktionelles Teasern aus einer Hand an.

Thorsten Peters über die Zukunft von Wearables

Thorsten Peters, Geschäftsführer pilot Hamburg (TP): Mich hat vor allem das Panel „Smart Everything: Wearables and Tech Converge“ mit Simon Pearce interessiert. Das Fazit dieser Session war simpel: Wir alle werden digital.

pilot.de-Redaktion (pR): Was heißt das konkret?

TP: Wir tragen Produkte, die unsere Körperfunktionen und Leistungen messen und analysieren. In der Zukunft geht es aber noch viel weiter: In unsere Kleidung eingebaute Chips verbinden uns mit der Umwelt.

pR: In welchem Bereich spielen Wearables eine besonders große Rolle?

TP: Für die Medizin und Gesundheitstechnik haben Wearables die größte Bedeutung. Hier werden Patienten ihre Daten zukünftig in Echtzeit an die behandelnden Ärzte senden. So entsteht eine wesentlich bessere Versorgung, mit der zudem Aufwand und Kosten gesenkt werden können.

pR: Welche Aussage nehmen wir auch für Deutschland mit?

TP: Wearables sind das nächste große Ding – ich sehe das so wie die Panel-Teilnehmer! In dieser Technik steckt unglaublich viel Potenzial und einige der Anwendungen werden ganze Wirtschafts- und Dienstleistungsbereiche revolutionieren. Das gilt vor allem für den Bereich der Selbstoptimierung, also Fitness und Ernährung, sowie den gesamten Bereich der Gesundheitstechnologien.

Gesamtfazit: Was unsere piloten beim SXSW 2015 besonders überrascht hat

Auf die Frage, was auf dem „South by Southwest“-Festival am Beeindruckendsten gewesen ist, haben Thorsten Peters, Kristian Meinken, Peer Wörpel und Ole Keding in Texas viele Antworten gefunden.

Wie ihr Gesamtfazit aussieht? „Größtenteils wurden unsere Erwartungen an die ‚South by Southwest“ erfüllt“, sagt Ole Kedig. „Einige Vorträge waren exzellent, einige auch sehr schwach.“ Kristian Meinken berichtet, dass sich der erste, eher ernüchternde Eindruck der Kreativmesse ab dem zweiten Tag deutlich verändert hat: „Hier kamen vielfältige, ergänzende Eindrücke unseres Teams vor Ort und der Austausch hinzu.“

Peer Wörpel und Thorsten Peters bestätigen die Vielfalt des Festivals: „Das Angebot an Themen ist sehr breit“, sagt Thorsten Peters. „Es ist schade, dass man einfach keine Chance hat, auch nur annähernd alles zu sehen.“ Und letztlich? „Meine Erwartungen wurden übererfüllt“, erklärt Peer Wörpel abschließend. „Denn, die Diskussionen zeigen in den Panels und abseits der Sessions, wie weit wir mit den Möglichkeiten bereits sind. Wir müssen die Chancen nur einfach jetzt schon nutzen.“

Sie möchten mehr Informationen zu diesem Thema?
Dann nehmen Sie direkt Kontakt zu uns auf:

Markus Kempf

Markus Kempf

Leiter Corporate Communication

+49 (0)40 30 37 66-7868

m.kempf@pilot.de